Radschnellwegekonzept

Radschnellwege sind:

ZENTRAL

DURCHGÄNGIG

LEISTUNGSFÄHIG

SICHER

EFFIZIENT

KOMFORTABEL

 

abrufbar unter: http://www.mbwsv.nrw.de/presse/pressemitteilungen/Archiv_2012/2012_09_24_Radschnellwege/Kriterien_Radschnellwege_Rei.pdf

 

1. Vorbemerkung

Radschnellwege werden in der zukünftigen Nahmobilität eine strategisch wichtige Funktion hinsichtlich der Bündelung

und Beschleunigung von bedeutenden regionalen und städtischen Radverkehren erfüllen.

Im „Aktionsplan der Landesregierung zur Förderung der Nahmobilität“ zählen Radschnellwege als „Premiumprodukte“

zu den zehn zentralen Bausteinen zur Förderung der Nahmobilität und müssen sich an zentralen Parametern bzw. klar

definierten Qualitätskriterien orientieren.

Dies sind insbesondere die Qualität des Verkehrsablaufs,

die Dimensionierung, die Geschwindigkeit, die Verkehrssicherheit, die Ausbildung der Knotenpunkte,

die Trassierungselemente in Lage- und Höhenplan und nicht zuletzt Servicekomponenten, die

das Radfahren auch über längere Strecken erleichtern und attraktivieren.

Insbesondere im Zuge der E-mobilität wie beispielsweise Pedelecs müssen Netz und Infrastruktur zukünftig, um den

veränderten Funktions- und Leistungsansprüchen eines stetig wachsenden und zum Teil beschleunigten Radverkehrs

gerecht zu werden, in der Struktur, Dimensionierung und Ausgestaltung wesentlich modifiziert werden.

Das bedeutet, dass Radverkehr mit zentralen, durchgängigen und leistungsfähigen Radschnellwegen zukünftig sicher,

effizient und mit einem hohen Fahrkomfort abgewickelt wird.

 

Kriterien für Radschnellwege
 
Folgende allgemeine Qualitätskriterien für Radschnellwege wurden
von einem Expertengremium unter Leitung des VerkehrsministeriumsNRW definiert:
 
• Wünschenswerte Mindestlänge von 5 Kilometern
 
• Weitestgehende Bevorrechtigung/ planfreie Führung an Knotenpunkten,
Priorisierung durch Lichtsignalanlagen (grüne Welle)
 
• Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr
 
Steigungsarm
 
Wegweisung nach den Hinweisen zur Wegweisenden Beschil-derung für den Radverkehr in NRW
 
Innerorts Beleuchtung (Außerorts wünschenswert)
 
Regelmäßige(r) Reinigung und Winterdienst
 
Freihalten von Einbauten (Ausnahme Querungshilfen für den Fußverkehr)
 
Service (evtl. Luftstationen, Rastplätze mit Abstellanlagen, punktuelle Überdachung als
Regenschutz, etc.)
 
Folgende Führungsformen stehen auf Radschnellwegen
zur Verfügung:
 
Zweirichtungsradweg
(eigenständig geführt)
Breite: 4,0 m; Markierung: Leitlinie (unterbrochener Schmalstrich),
Radfahrbahnbegrenzung (durchgehender Schmalstrich), erhöhte Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ II);
Oberflächenmaterial: i.d.R. Asphalt; Kurvenradien: 20m (außerorts),
angepasst an die örtlichen Gegebenheiten (innerorts)
 
Einrichtungsradwege (straßenbegleitend)
Breite: 3,0 m (netto); Markierung: Radfahrbahnbegrenzung
(durchgehender Schmalstrich), erhöhte Nachtsichtbarkeit bei
Nässe (Typ II); Oberflächenmaterial: i.d.R. Asphalt; alternativ
Pflaster (ungefast); Trennung zur Kfz-Fahrbahn: baulich;
Kurvenradien: angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
 
Zweirichtungsradweg (straßenbegleitend)
Breite: 4,0 m (netto); Markierung: Leitlinie (unterbrochener Schmalstrich),
Radfahrbahnbegrenzung (durchgehender Schmalstrich),
erhöhte Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ II);
Oberflächenmaterial: i.d.R. Asphalt; alternativ Pflaster (ungefast);
Trennung zur Kfz-Fahrbahn: baulich;
Kurvenradien: angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
 
Radfahrstreifen
Breite: 3,0 m (zzgl. Sicherheitstrennstreifen); Markierung: nach ERA;
Oberflächenmaterial: Asphalt;
Kurvenradien: angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
 
Fahrradstraße
Breite: 3,0 m (zzgl. Sicherheitsräume zum Parken) im Einrichtungsverkehr,
4,0 m (zzgl. Sicherheitsräume zum Parken) im Zweirichtungsverkehr;
Oberflächenmaterial: Asphalt;
Kurvenradien: angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
 
Tempo 30-Zone/ -Straße
In der Regel umzuwandeln in eine Fahrradstraße ansonsten
Führung des RSW mit Vorrang an querenden Straßen in
nerhalb der Zone.

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25. Sitzung des Ausschusses für Bauen, Wohnen, Stadtentwick­ Jung und Verkehr am 05. Dezember 2013 "Ergebnissen des Planungswettbewerbs Radschnellwege"

...zur Unterrichtung der Mitglieder des · Ausschusses für Bauen, Wohnen, Stadtentwickl.ung und Verkehr einen Bericht zu den "Ergebnissen des Planungswettbewerbs Radschnellwege"

Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Düsseldorf, im November 2013

Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr hat in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise den Planungswettbewerb Radschnellwege durchgeführt. An den insgesamt acht Wettbewerbsbeiträgen sind mehr als 30 Kommunen beteiligt.

Eine unabhängige Jury hat die eingereichten Unterlagen begutachtet und bewertet. Sie kam zu einem einstimmigen Ergebnis. Die Preisträger des Wettbewerbs wurden am 20. 1 1.20 13 bekanntgegebeh und ausgezeichnet. Die prämierten Vorschläge sind:

StädteRegion Aachen mit der Strecke Aachen - Herzogenrath I Kerkrade I Heerlen (30 km)

Das Radschnellwegekonzept von Aachen nach Herzogenrath · bzw. zu den niederländischen Nachbarn nach Heerlen und Kerkrade hat von der Jury beste Bewertungen erhalten. Es ist sehr anschaulich dargestellt und hat ein hohes Potenzial von ca. 6.000 Radfahrten täglich auf der Hauptstrecke nach Herzogenrath. Das Konzept zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass der Radschnellweg in der Aachener Innenstadt beginnt und erstmalig von niederländischen und deutschen Kommunen gemeinsam ein Radverkehrsprojekt entwickelt und umgesetzt werden soll. Auch die geplante Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern, wie ÖPN V, motorisiertem Individualverkehr und Fußgängerverkehr überzeugt.

Die Stadt Düsseldorf mit der Strecke Neuss - Universität Düsseldorf - Düsseldorf-Benrath - Düsseldorf-Garath - Langenfeld und Monheim (31 km)

Düsseldorf hat zwei Strecken ins Rennen geschickt. Zum Einen Ratingen - Düsseldorf-Kaiserswerth und zum Anderen Neuss - Düsseldorf Universität - Monheim bzw. Langenfeld. Hier hat die Jury keinen Zusammenhang zwischen den beiden Strecken gesehen und sie deshalb auch getrennt voneinander betrachtet. Hierbei wurde die Strecke von Neuss nach Monheim bzw. Langenfeld als die mit dem höheren Potenzial (3.000 bis 4.500 Radfahrten täglich) gesehen. Auf dieser sogenannten Südstrecke können die Radschnellwegestandards besser eingehalten werden.

Die nördliche Trasse von Ratingen nach Düsseldorf konnte die Jury weniger überzeugen. Gründe hierfür waren die relativ geringen Potenziale zwischen Ratingen und Düsseldorf-Kaiserswerth und das Ende des Radschnellwegekonzeptes an der nördlichen Stadtgrenze von Ratingen (D uisburg). Die für NRW aufgestellten Kriterien für Radschnellwege wurden für die Strecke Ratingen - Düsseldorf-Kaiserswerth nicht eingehalten.

Stadt Bad Oeynhausen mit der Strecke Herford, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden (36 km)

Ziel ist es hier, den Radverkehrsanteil in einer eher ländlich strukturierten Region zu erhöhen. Die Städtekette zwischen Minden und Herford mit ihren vielen Siedlungsschwerpunkten und engen Pendlerbeziehungen bietet ausreichend Potenziale (1 .500-2.000 Radfahrten täglich) für einen Radschnellweg. Das Konzept macht deutlich, dass sich Radschnellwege nicht nur für Ballungsräume eignen, sondern gerade auch für den vorwiegend autoorientierten ländlichen Raum.

Stadt Köln mit der Strecke Köln Innenstadt - Universität zu Köln - Köln­ Lindenthai - Gewerbegebiet Marsdorf (Köln) und Europark (Frechen) - Bahnhof Frechen (8,4 km)

Beim Radschnellweg von Köln nach Frechen können alle Radschnellwegestandards eingehalten werden. Hier ist ein hohes Potenzial (2.200 bis 6.300 Radfahrten täglich) zu erwarten. Von der Jury wurde insbesondere die ambitionierte Führung eines Radschnellweges mit zahlreichen Knotenpunkten im innerstädtischen Raum positiv bewertet. Dazu gehört eine innovative Lösung für einen sechsarmigen Kreisverkehrsplatz.

Stadt Rhede mit der Strecke Isselburg-Anholt - Isselburg - Isselburg-Werth - Bocholt - Rhede - Borken - Velen (45 km)

Das von der Stadt Rhede eingereichte Konzept konnte die Jury nur zum Teil überzeugen. Der Abschnitt Isselburg - Bocholt - Rhede - Borken -Velen wurde von der Jury als preiswürdig angesehen. Die Jury hat entschieden, den Abschnitt von Velen bis Coesfeld . nicht zu prämieren. Nach Aussagen des eingereichten Konzepts sind die dort möglichen Potenziale mit 200-300 täglichen Radfahrten viel zu niedrig für einen Radschnellweg. In den übrigen Abschnitten liegen sie zwischen 1. 500 und 4.400 Radfahrten täglich. Die Anbindung nach Coesfeld kann über einen konventionellen Radweg erfolgen.

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Nicht durchsetzen konnten sich die Vorschläge aus:

Bonn (Bornheim - Alfter - Bonn - Troisdorf - Siegburg, 27 km)

Das Konzept für einen Radschnellweg von Bornheim über Alfter, Bonn, Troisdorf nach Siegburg konnte die Jury des Planungswettbewerb Radschnellwege nicht vollständig überzeugen. Die Kriterien für Radschnellwege des Landes NRW werden nicht durchgängig eingehalten. So fehlt in einigen Abschnitten die Trennung von Fuß- und Radverkehr und auch die Wegebreiten entsprechen nicht immer den Vorgaben. Sicherheitsbedenken wurden geltend gemacht bei angrenzenden Senkrechtparkern am Radschnellweg. Die Jury sieht auch ein Defizit in Bezug auf die fehlende Anbindung von St. Augustin. Schließlich wurde im Vergleich mit den Projekten in Aachen und Köln fe stgestellt, dass diese beiden Konzepte wesentlich ausgereifter und näher an den Kriterien für Radschnellwege des Landes NRW sind.

Kreis Düren (Düren Bahnhof - Gewerbegebiet "Im großen Tal" - Huchem­ Stammeln - Selhausen - Krauthausen - Sei gersdorf - Forschungszentrur:n Jülich - Jülich Bahnhof - Fachhoch schule-Campus Jülich, 18 km)

Insbesondere das Kriterium "Bevorrechtigung des Radverkehrs" wurde sowohl außerorts entlang der Bahnlinie als auch im innerstädtischen Bereich von Düren oftmals nicht erfüllt. Auch wurde die parallele Führung zum öff entlichen Verkehr bemängelt. Hierdurch könnten nicht genug Potenziale für die Nahmobilität erreicht werden. Es wurden auch Sicherheitsmängel aufgeführt (zu spitzer Winkel bei einem Bahnübergang in JÜlich). Schließlich fehle dem Konzept die Innovation. Insgesamt wird von der Jury bemängelt, dass die Verbindung zwischen Düren und Jülich zu wenig Potenzial für einen Radschnellweg mit sich bringt.

Iserlohn (Hagen-Hohenlimburg - Iserlohn-Hemer - Menden - Lendringsen - Holzen - Arnsberg, 62 km)

Es fehlt eine Potenzialanalyse und die dargestellten Pendlerzahlen zwischen den Städten lassen nicht erkennen, dass viele Radfahrten im Alltagsverkehr zu erwarten sind. Daneben weist das Konzept im Vergleich zu den anderen eingereichten Projekten erhebliche Mängel auf. Die Strecke erscheint für das nach Einschätzung der Jury eher g eringe Pendleraufkommen zu lang. Die feh lende Weiterführung in das Zentrum von Hagen trägt dazu bei, aber auch der über weite, ländliche Bereiche verlaufenden Abschnitt zwischen Menden und Arnsberg, der eher als touristische Route eingeschätzt wird. Die eingereichten Unterlagen sind sehr allgemein gehalten und fa llen im Vergleich mit den anderen Wettbewerbsteilnehmern stark ab. Die Beispiele für Knotenpunkte und Querschnitte sind abstrakt, es steckt kaum planerische Arbeit darin. Die Kriterien für Radschnellwege des Landes NRW sind im Konzept oftmals nicht berücksichtigt. Dem Konzept fehlt es an Kreativität und Innovation.

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Weitere Zeitplanung

Für die fünf Gewinnerprojekte fördert das Land zunächst Machbarkeitsstudien mit einem Fördersatz von 80%. Die Projektträger reichen bis zum 31. 01. 20 14 entsprechende Förderanträge bei ihrer zuständigen Bezirksregierung ein. Die Fördermaßnahmen mit einem grob geschätzten Finanzvolumen von 1 Mio. € werden anschließend in das Nahmobilitätsprogramm 2014 (K apitel 09 14 0, Titelgruppe 61) aufgenomm en. Der Zeitbedarf für die Erstellung der Studien wird mit rund einem Jahr veranschlagt.

Nach Vorlage der Machbarkeitsstudie wird von den betreffenden Kommunen ein politischer Beschluss erwartet, der den Auftrag zur konkreten Planung des jeweiligen Radschnellweges umfasst. Für diese Planungsleistungen wird überschlägig ein Finanzvolumen von 2 Mio. € veranschlagt. Der Fördersatz beträgt ebenfalls 80%. Diese Maßnahmen können ab 2015 in das Nahmobilitätsprogramm aufgenommen werden. Für die Erstellung der Ausführungsplanung wird ebenfalls rund ein Jahr veranschlagt. Daran schließen sich gegebenenfans notwendige Planrechtsverfahren (B ebauungsplan, Planfeststellung) an.

Mit dem Bau der ersten Abschnitte der Radschnellwege wird ab 20 1 6/2017 gerechnet . Die Finanzierung des Baus wird bis zu diesem Zeitpunkt sichergestellt.

 

 

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