Hintergund dieses Leserbriefes waren Nachbarschaftssteitigkeiten zwischen der Anwohnerschaft in der Winkhauser Straße und der Frankenstraße. In der Presse stritten sich also Anwohner der beiden Parallelstraßen vorzüglich um eine möglilche Problemverlagerung der Verkehrsanteile. Ein Verkehrsversuch sollte die Frankenstraße als Einbahnstraße stressfreier befahrbar machen, da sich in der Vergangenheit immer wieder Streitigkeiten zwiscnen Autofahrenden aufgrund der verengten Verhältnisse ergaben. Zum Verkehrsversuch: Stellplätze wurden virtuos mal rechts mal links markiert, eine Einbahnregelung geschaffen  und der Radverkehr wie gewohnt offenbar völlig vergessen... Es gab sogar öffentliche Anhörungen im Rathaus. Die Zeit war absolut reif für einen, (wie man heute zwar leider nicht in Perfekton sieht), aber immerhin wirkungsvollen Leserbrief... In den Folgejahren gab es dann wiederholt Konflikte um Parkstreifen contra verlängerte Abbiegespuren. Bis heute ist es auch nach 13 Jahren jedoch nicht gelungen, ein Einbiegen für Radfahrende nach rechts aus Richtung Kreishaus kommend, in die Frankenstraße (aufgrund der Abbiegevorschrift geradeaus/links) zu ermöglichen. Angeblich passt das Zusatzschild "Radfahrer frei" nicht an den Ampelmast, laut STL...

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Verkehrsversuch in der Frankenstraße muss dringend  ausgedehnt werden. Die Frankenstraße ist verkehrsberuhigt, steigungsarm und ausreichend breit, um für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet zu werden. Hierin sehe ich eine gute Chance, einem vorbildlichen Verhalten einer Minderheit in unserer Gesellschaft neue Wege zu ebnen. Seit dem 1. Januar 2001 lässt die StVo mit Zustimmung des Bundesrates die Öffnung von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr zu. Hinter dem Argument eines bis Ende 2000 befristeten Versuchs kann sich also kein verantwortungsbewusster Verkehrsdezernent mehr verstecken. Einem entsprechenden Passus in der novellierten Straßenverkehrsordnung von 1997 gingen bereits viele positive Erfahrungen aus anderen Städten voraus.

So ließen sich durch eine entsprechende Erweiterung des Versuchs in der Frankenstraße Umwege und Versuchungen von Raadfahrern, sich auf Bürgersteigen den Weg zu suchen, reduzieren. Emotionsgeladenen Autofahrern kann ich einen alten Mountainbikeslogan empfehlen: "Go slow and say  hello" (Mach' langsam und grüße freundlich). Dadurch lässt sich auch die Lebensqualität der Anwohner erheblich steigern.

Die Infrastruktur in Sachen Verkehr ist ein beachtenswerter Bestandteil moderner Siedlungspolitik. Nur mit konsequenten Fördermaßnahmen und einer vollwertigen Integration des Fahrradverkehrs lässt sich eine echte Dauerlösung erreichen. Die kannn es doch ernsthaft nur dann geben, wenn die BürgerInnen der Stadt die Autos nicht benutzen müssen, die schließlich den Lärm, Straßenschäden, hohen Flächenverbrauch und massiven Kohlendioxidausstoß und Nachbarschaftsstreit verursachen. Einige BürgerInnen unserer Stadt gehen mit gutem Beispiel kritisch voran und nehmen den Autoverkehr in ihren Wohngebieten gründlich unter die Lupe. Es bleibt zu wünschen, dass auch Lüdenscheider Politiker im Bau- und Verkehrsausschuss ihre Angst vor empörten Autofahrern wirkungsvoll überwinden können.

 

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Momentan ist's trocken – aber was machen wir in Regenscheid?

Das Wetterchen meint es ja zu zwei Dritteln gut mit uns. Aber was ist mit dem zähen Nebel im Sauerland und dem Monsun und dem langen Winter. Erst mal Tach zusammen! Wie isses! Muss ja, woll?!

Die Zeiten sind bedenklich. Allein in den letzten 10 Jahren gab es eine Verfünffachung des Ölpreises und billiger wird es auch nicht wirklich. Spätestens Ostern 2014 fangen wir wieder mächtig an zu jammern.

Den gut ausgerüsteten Fahrrad-Pendlern macht auch das Sauwetter kaum etwas aus. Es gibt nur schlechte (Ver-) Kleidung. Den Regenschirm werden sie ohnehin getrost zu Hause lassen. Im Grunde werden Radfahrende nie ganz trocken, ob die Feuchtigkeitsbildung von innen herausdunstet oder von außen hineinprasselt.

Wenn es nach der Fahrt noch eine Dusche gibt, werden Radfahrende obendrein doppelt nass.

Ein gewisser Gesundheitseffekt dank der sportlichen Leistung lässt sich beim Radfahren aber glücklicherweise  kaum vermeiden.

Wer gemütliche Kurzstrecken fährt und sich mit geeigneter Kleidung vor Regen schützen will, sollte sich unbedingt mal Tests von Greenpeace ansehen. Dort sind Outdoorjacken auf krebsrerregende Säuren und eine Reihe weiterer Schadstoffe entdeckt worden. Ein Verzicht auf unangemessen wasserresistente Bekleidung ist hier wohl zu empfehlen. Die Testergebnisse lassen sich hier nachlesen: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/chemie/gp_outdoor_report_2012_fol_final_neu_03_es.pdf Und wer nicht unbedingt „made in china“ kann sich hier mal umsehen. http://www.finkhof.de/de/Erwachsene/Unterwaesche/Unterwaesche-farbig-aus-Wolle/Seide:::3_32_45.html?XTCsid=fd54a79113381b630ab1b0bbf2e92224 Oder hier gibt es auch einiges: http://www.aclima.no/index.php?lang=en

Jacken zum Radfahren sind in der Regel hinten etwas länger geschnitten. Somit bleiben die Radfahrer auf dem Aufrechtrad hinten besser trocken, aber leider auch beim Absteigen damit leicht am Sattel hängen, wenn die Schnittweite zu schmal ausfällt. Regenponjos fürs Fahrrad sind leicht mitzunehmen und über den Lenker zu spannen. Sie beeinträchtigen allerdings die Lenkung und die Lenkstange ist nicht sichtbar, weil sie durch den Behang bedeckt wird. Bei starkem Regen haben die Radfahrer vor sich eine Kuhle mit einer schwappenden Pfütze, die bei jedem schnellen Halt überläuft und die Beine nicht wirklich trocken hält.

Neben der Bekleidung gibt es einige technische Lösungen für Fahrräder und vor allem für die nicht ganz so windanfälligen Liegeräder, insbesondere für Liegedreiräder (Trikes, sowohl Deltatrikes als auch Tadpoletrikes).

Tiefe und breite Schutzbleche sind natürlich für alle unverkleideten Fahrräder zu empfehlen, damit die Füße und Hosen möglichst trocken und vor Spritzwasser geschützt bleiben.

Es gibt den durchsichtigen Streamer für vorne ans Fahrrad des Liegerad-Herstellers HP-Velotechnik. http://www.hpvelotechnik.com/produkte/streamer/index_d.html

Für Deltatrikes gibt es von einer nahegelegenen Firma (Hase-Bikes) eine beflügelnde Lösung namens Klimax.

http://hasebikes.com/241-0-klimax-editorial.html

Es gibt auch ein Regendach von der Firma ???, was allerdings nicht gerade windschnittig zu sein scheint, wenn es zu hoch montiert wird. Es lassen sich bei Scheibenlösungen zur besseren Durchsicht Motorradsprays verwenden, z. B. die Nanoversiegelung Rain-X aus dem Motoradbereich oder Liquid Glass Hochglanzversiegelung. Am besten ist es, sich mit einer Rückfrage beim Scheibenhersteller zu versichern, welche Mittel dort am geeignetsten sind.

Speziell für Liegeräder gibt es eine hochwertige und windschnittige Nase in verschiedenen Farben, die ein Hersteller in Süddeutschland in kleinen Serien anbietet: http://www.fahrradverkleidung.de/nose.html

Eine Kombination aus Nase und Scheibenlösung bietet die so genannte Wildcatverkleidung. Hier werden jetzt die Wildcats vertrieben (Leitrafront) http://velovergne.fr/

Die Wildcatverkleidung wird in der Regel zum Ein- und Ausstieg nach vorn hochgeklappt und mit Leichtbauverkleidungen ergänzt.

Wer auf ein spritzwasserfreies Fahrrad mit Unterboden nicht verzichten möchte, ist sicher mit einem Velomobil (abgekürzt VM) ganz gut bedient. Darin benötigen die Fahrer die vergleichsweise wenigste Bekleidung beim Fahren, sollten aber stets dicht und leicht verpackte Wechselkleidung dabei haben, um nach dem Aussteigen nicht in der Kälte zu verbringen.

Zusätzliche Motivation

Fehlt noch etwas Motivation, kann in der Winterzeit vielleicht der Winterpokal etwas nachhelfen. In Fahrradforen wie z. B. www.rennrad-news.de oder mtb-news.de können Radfahrer ihre Winterfahrten in Fahrzeit notieren und stehen im direkten Vergleich zu anderen eingetragenen Fahrern und Gruppen. Dabei kommt es nicht auf Schnelligkeit, sondern die sportliche Betätigung im Winter an.

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"Wir wollen demnächst eine wöchentliche Fahrradtour durch Lüdenscheid organisieren, z.B. könnte jeden Mittwoch um 18:00 Uhr eine Gruppe von Fahrradfahrern eine kurze Tour durch Lüdenscheid machen, um dadurch auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht gelingt es damit, die Fahrradfahrer mehr ins Bewußtsein der Lüdenscheider Öffentlichkeit zu bringen". Das hat tatsächlich letzten Sonntag ein Lüdenscheider Lokalpolitiker geäußert. Gute Idee eigentlich...

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Entdeckt am 17.02.2014: Wer als Radfahrender nach mehr als 40 Jahren den Rathaustunnel im alltäglichen Radverkehr genutzt hat, wird sich wundern, was ihn neuerdings trotz Tempo 30 und Baustelle an der Eingangspforte erwartet.

Das aktuelle Verkehrsverbot im Rathaustunnel (VZ 254) hat offenbar nichts mit der Baustelle zu tun. Die für die Absicherung der Baustelle zuständigen städtischen Mitarbeitenden wussten davon nichts.

Die Verkehrsplaner der Stadt haben die Schilder zugegebenermaßen aufstellen lassen, um vor dem Hintergrund hoher Sicherheitsauflagen bei Straßen.NRW auf Nummer Sicher zu gehen, ohne dass sie jetzt genauere Details preisgeben konnten. Klar ist aber, dass bei der Übergabe des Tunnels an Straßen.NRW ein ordnungsgemäßer Zustand Voraussetzung ist. Straßen.NRW steht jetzt da mit dem „geschenkten Gaul“ und kann das auf unterer Ebene zunächst nicht klären, wie es dazu kam. Angeblich konnte durch VZ 254 den hohen Sicherheitsauflagen, wie sie von Straßen NRW (als neuen Eigentümer des Tunnels offenbar im Gegensatz zu den Kommunen) angewandt werden, Rechnung getragen werden. Außerdem wurde angelblich durch die Anordnung mit VZ 254 eine Vollsperrung vermieden, die einmal im Raum gestanden haben soll.

Eine in der Bevölkerung scheinbar unbeliebte aber konsequente Vollsperrung wäre im Zuge der Baumaßnahme allerdings kostengünstiger gewesen. Diese Option hat sicher weiterhin Bestand, wenn sich der gesunde Verstand durchsetzt. Ein größeres Verkehrschaos ist zumindest in der Zeit, als der Tunnel tatsächlich vollgesperrt war, ausgeblieben.

Die Durchführung der Straßenbauarbeiten im Tunnel ist nicht abhängig vom Radverkehr. Außerordentliche Schäden im Zusammenhang mit dem baulichen Zustand des Rathaustunnels sind insbesondere durch den Radverkehr nicht zu erwarten. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h während der Baumaßnahme sollte auch bei einspuriger Verkehrsführung zu einem vernünftigen Miteinander und Sicherheit für alle im Tunnel sorgen, wie es zig Jahre zuvor auch mit je zwei Spuren und Tempo 50 km/h funktioniert hat. Die Verkehrsplanenden der Stadt würden die Schilder (VZ 254) wieder abmontieren, wenn sie von Straßen.NRW eine Bestätigung darüber erhielten, dass alle erforderlichen Sicherheitsstandards gegeben sind, die Radverkehr im Tunnel wie bisher ermöglichen. „Hiermit bestätigen wir, dass die erforderliche Sicherheit im Rathaustunnel gegeben ist, um ein Fahrverbot für Radfahrende auszuschließen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Radverkehr negativ auf die Sicherheitslage im Tunnel auswirkt.“ So oder ähnlich sollte es von Straßen.NRW klingen, damit die Stadt die Schilder wieder abschrauben lassen könne.

Es ist völlig unlogisch, dass die straßenrechtliche Widmung des Rathaustunnels trotz einer Baumaßnahme ln Höhe von mehreren Millionen Euro plötzlich Radfahrer nach 40 Jahren konfliktfreier Praxis ausschließen würde. Es ist eher davon auszugehen, dass ein Aussperren der Radfahrenden durch die Straßenverkehrsbehörde rechtswidrig ist. Falls nicht, sollte dann aber von der Verkehrsplanungsabteilung erklärt werden, warum ein Verbot für Radfahrende im Rathaustunnel zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung beitragen sollte. Die Erfordernis einer straßenrechtlichen Teileinziehung ist äußerst zweifelhaft. Ein Wegerecht für Radfahrende im Rathaustunnel wird wie in den letzten 40 Jahren auch weiterhin Bestand haben und darf nicht einfach vom verkehrsüblichen Gemeingebrauch ausgeschlossen werden. Ein öffentliches Interesse daran wird es ja wohl kaum geben.

Also wenn Straßen.NRW auch keine Begründung für die Beschränkung des Gemeingebrauchs des Rathaustunnels liefert, kann es keinen ernsthaften Willen zu einer Beschränkung geben.Es sollte möglich sein, mit entsprechenden Unterlagen von StraßenNRW mit einem kurzen Antrag bei der Verkehrsplanung die Aufhebung des Fahrradverbotes im Tunnel zu erwirken.

Es wurde von Herrn Rasche die Tunnelleitzentrale von StraßenNRW in Hamm kontaktiert. Dort wurde wohl ausgesagt, dass in Tunneln grundsätzlich kein Rad- und Fußverkehr zugelassen werde.

Als Begründung werden dafür immer die Sichtverhälnisse angeführt. Es werden wohl so genannte Lichtgutachten erstellt. Die derzeitige Beleuchtungssituation im Rathaustunnel sei auf jeden Fall nicht ausreichend. Da sind ja immernoch die alten Dinger unter der Decke. Außerdem sind im Tunnel keinerlei der sonst üblichen Sicherheitsstandards gegeben. Es sei davon auszugehen, dass die Fahrer von Kfz beim Einfahren in den Tunnel beim Wechsel vom Tageslicht in die dunkle Röhre zunächst nichts sehen.

Augen zu und durch? In Ausnahmefällen werden jedoch für Radverkehr besondere Maßnahmen getroffen, wie z. B. eine separat angelegte Streckenführung 3 Meter höher als das Fahrbahnniveau des Kfz-Verkehrs. Es gibt wohl in der Region auch eine Version mit Trennstreifen dazwischen. Die Örtlichkeiten der beiden Ausnahmebeispiele konnten leider nicht genannt werden. Hier besteht noch Forschungsbedarf.

Die Tunnelröhren im Lüdenscheider Rathaustunnel sind zwar mit je zwei Fahrspuren ausgestattet; jedoch auf Kosten der fehlenden Rettungstunnel. Also schlechte Sichtverhältnisse werden angeführt, um ein Verbot für Rad Fahrende und zu Fuß Gehende zu erwirken. Mögliche Verkehrsregelungen, die geeignet und in der Lage sind, die gefahrene Geschwindigkeiten der Kfz an die Sichtverhältnisse im Tunnel anzupassen, werden gar nicht erst erwähnt.

Wohlgemerkt Lüdedenscheid ist DIE „Stadt des Lichts“ und es müsste doch wohl technisch möglich sein, den Tunnel angemessen zu beleuchten. Was sagen denn wohl die berühmten Lichtingeniere aus unseren weltführenden lichttechnischen Spitzenunternehmen dazu? Eine Zusammenlegung der rechten Fahrspuren zu einer gemeinsamen Fahrspur für Rad- und Linienverkehr wäre dann ja sichttechnisch gesehen auch nicht machbar, obwohl ansonsten eine reizvolle Idee.

Weitere Option: Ich kann mir vorstellen, dass mittels eines Trennstreifens ein Radweg im Tunnel eingerichtet werden kann. Das sollte mal breitentechnisch geprüft werden. Die verkehrliche Auslastung der Röhre in Fahrtrichtung Altena sollte dies ohne große Probleme möglich machen. Aktuelle Zahlen dazu sollten die Verkehrsplanenden der Stadt ja wohl haben.

Der Blindflug der Kfz im Tunnel wird mehr akzeptiert, als die Bedürfnisse des Alltagsradverkehrs? Wie kann das sein? Die Sichtverhältnisse im Tunnel lassen sich durch das Aussperren des Radverkehr wohl eher nicht verbessern. Es ist davon auszugehen, dass auch Richter das grundsätzlich so sehen. Was fehlt, ist hier sicher eine Art Grundsatzurteil als geltende Rechtsprechung.

Und die Gefahren sind eigentlich bei den Verursachenden zu mindern, anstatt die durch die Gefährdeten zu benachtteiligen. Das Sichtfahrgebot nach StVO gilt ja wohl auf allen Straßen. Extremvergleich zur Verdeutlichung: Es werden ja auch bei Waldbrandgefahr nicht aus Sicherheitsgründen die Bäume gefällt, sondern Rauchverbote erteilt etc.

Vor allem, wie ist das jetzt in der Praxis? Die riesige Umleitung mit vielen Höhenmetern führt streng genommen die die Sauerfelder Straße hoch und über die Hochstraße durch den Oberstadttunnel oder anders herum den "Eselsrücken hoch in Richtung Parkstraße. Augusta-, Knapper, Martin-Niemöller- und Bahnhofstraße sind in der West-Ost-Richtung aufgrund der stauenden KFZ zeitweise keine wirkliche Option und über West-, Park- und Lessingstraße mit viel zu vielen Ampeln verbunden. In der Gegenrichtung über Friedrich-, Lösenbacher Str. fehlen ggf. Querungsmöglichkeiten über die Weststraße aufgrund von Abbiegevorschriften. .

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Es handelt sich hierbei um einen recht unsachlichen, rücksichtslosen, gefühlsbetonten Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 08.05.2012 von Thomas Krumm (mittlerweile auch als gebundene Fassung in Form eines Buches "111 Dinge..." erhältlich. Immerhin gibt er einen Einblick in die Ansichten von "Gelegenheitsradfahrenden"

Wer mit dem Fahrrad durch Lüdenscheid fahren möchte, muss Mut haben, dem möglichen Tod im Straßenverkehr jederzeit ins Auge sehen und zur Abmilderung von Unfallfolgen einen Helm tragen. Kurz:

Fahrradfahren auf der Knapper Straße kann Spaß machen, solange kein Auto kommt. In der Gegenrichtung müssen Radler laufen.

Das Fahrradfahren leidet in Lüdenscheid unter der Topographie mit relativ großen Höhenunterschieden, der oft chaotischen Verkehrsführung und dem Desinteresse an akzeptablen Fahrradrouten. Die Aussichten, dass sich daran etwas ändert, sind gering, weil die wenigen Fahrradfahrer keine ernstzunehmende Wählergruppe sind. Neue Hoffnung für eine Fortentwicklung des Radwegenetzes nähren Elektrofahrräder, die dem schnaufenden Radler über den Berg helfen. Immerhin scheint auch das Rathaus diese Entwicklung zu beobachten. Die Chancen für einen Ausbau sicherer Strecken für Radler sind dennoch gering.

Lüdenscheid ist eine der fahrradunfreundlichsten Städte in Nordrhein-Westfalen. Das liegt nur zum Teil an der Topographie, aber die ist solchem Vergnügen tatsächlich nicht günstig: Menschen und also auch die Lüdenscheider meiden den Anstieg und damit in der Regel auch die Fortbewegung auf dem Drahtesel, wenn die Schöpfung den Parcours nicht anständig planiert hat. Wo es aber kaum Fahrradfahrer gibt, sinkt die Bereitschaft von Verwaltungen, über deren Pisten nachzudenken, gegen Null. Es gibt Ausnahmen: Vom schönen Dörfchen Othlinghausen geht ein respektabler Fahrradweg etwa einen Kilometer in Richtung Stadt. Gerne regt sich dort schon mal ein Fußgänger auf, weil er den Weg für sein persönliches Eigentum hält. Wer sich über normale Straßen weiter bis zur Heedfelder Straße vorangekämpft hat, stößt dort stadteinwärts immer mal wieder auf Fragmente eines Fahrradweges. Weiterhin gilt: Obacht auf die Fußgänger. Sie rechnen nicht mit Fahrradfahrern. Genausowenig wie Auto- oder Busfahrer.

Haarig wird es dort, wo sich die Drahteseltreter entscheiden müssen, ob sie den Fahrweg mit Bussen oder Fußgängern teilen wollen. Die dort anzutreffenden Konkurrenten sind natürlich immer der Meinung, das Fahrrad gehöre auf die andere Spur. Spätestens an der Christuskirche ist endgültig Schluss mit lustig: Der Fußweg ist zu eng, die Busspur für Fahrräder nicht mehr zugelassen, und plötzlich zurückgeworfen zu sein auf die Straße, ernüchtert den größten Fahrradenthusiasten. Wer hier auf zwei Rädern weiterhin zügig vorankommen möchte, muss das Äußerste wagen, und er wird belohnt mit den Parkplatzsuchern auf der Knapper Straße, die einem zügigen Weiterkommen öfters entgegensteuern. In anderer Richtung ist die Knapper Straße für Fahrradfahrer tabu – Einbahnstraßen, die nur für Fahrräder in beiden Richtungen befahrbar sind, sind in Lüdenscheid weitgehend unbekannt. Dafür bietet der Rathausplatz unendliche Weiten und ein striktes Fahrradfahrverbot. Wer hier eingedenk des üppigen Platzangebotes dennoch radelt, muss mit Pöbeleien von Fußgängern rechnen – auch wenn diese meterweit entfernt sind. Denn Ordnung muss sein. Nur noch zu Fuß ist die Wilhelmstraße zu bewältigen. Fahrradfahrer sind ja bekanntlich rücksichtsvolle Menschen – außer in Münster.

Über den netten Staberg geht es zum Bräuckenkreuz und auf die Herscheider Landstraße. Wer hier überleben will, sollte den Fußweg befahren oder über die Schlachthausstraße ausweichen. Jenseits des Abzweigs nach Hellersen beginnt die große Freiheit auf dem Weg nach Herscheid: Lüdenscheids größter und kürzester Fahrradweg ist eine außer Dienst gestellte Autospur, und die asphaltierte Fläche würde ausreichen, um – gefühlt – einen Fahrradweg durch die Innenstadt zu legen. Doch solchen Luxus wird es in Lüdenscheid nie geben.

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