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Ausgegraben mit dem goldenen Spaten - vom 22. März 2001 - Leserbrief zum Themenkomplex Frankenstraße
13.03.2014 21:28

Hintergund dieses Leserbriefes waren Nachbarschaftssteitigkeiten zwischen der Anwohnerschaft in der Winkhauser Straße und der Frankenstraße. In der Presse stritten sich also Anwohner der beiden Parallelstraßen vorzüglich um eine möglilche Problemverlagerung der Verkehrsanteile. Ein Verkehrsversuch sollte die Frankenstraße als Einbahnstraße stressfreier befahrbar machen, da sich in der Vergangenheit immer wieder Streitigkeiten zwiscnen Autofahrenden aufgrund der verengten Verhältnisse ergaben. Zum Verkehrsversuch: Stellplätze wurden virtuos mal rechts mal links markiert, eine Einbahnregelung geschaffen  und der Radverkehr wie gewohnt offenbar völlig vergessen... Es gab sogar öffentliche Anhörungen im Rathaus. Die Zeit war absolut reif für einen, (wie man heute zwar leider nicht in Perfekton sieht), aber immerhin wirkungsvollen Leserbrief... In den Folgejahren gab es dann wiederholt Konflikte um Parkstreifen contra verlängerte Abbiegespuren. Bis heute ist es auch nach 13 Jahren jedoch nicht gelungen, ein Einbiegen für Radfahrende nach rechts aus Richtung Kreishaus kommend, in die Frankenstraße (aufgrund der Abbiegevorschrift geradeaus/links) zu ermöglichen. Angeblich passt das Zusatzschild "Radfahrer frei" nicht an den Ampelmast, laut STL...

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Verkehrsversuch in der Frankenstraße muss dringend  ausgedehnt werden. Die Frankenstraße ist verkehrsberuhigt, steigungsarm und ausreichend breit, um für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet zu werden. Hierin sehe ich eine gute Chance, einem vorbildlichen Verhalten einer Minderheit in unserer Gesellschaft neue Wege zu ebnen. Seit dem 1. Januar 2001 lässt die StVo mit Zustimmung des Bundesrates die Öffnung von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr zu. Hinter dem Argument eines bis Ende 2000 befristeten Versuchs kann sich also kein verantwortungsbewusster Verkehrsdezernent mehr verstecken. Einem entsprechenden Passus in der novellierten Straßenverkehrsordnung von 1997 gingen bereits viele positive Erfahrungen aus anderen Städten voraus.

So ließen sich durch eine entsprechende Erweiterung des Versuchs in der Frankenstraße Umwege und Versuchungen von Raadfahrern, sich auf Bürgersteigen den Weg zu suchen, reduzieren. Emotionsgeladenen Autofahrern kann ich einen alten Mountainbikeslogan empfehlen: "Go slow and say  hello" (Mach' langsam und grüße freundlich). Dadurch lässt sich auch die Lebensqualität der Anwohner erheblich steigern.

Die Infrastruktur in Sachen Verkehr ist ein beachtenswerter Bestandteil moderner Siedlungspolitik. Nur mit konsequenten Fördermaßnahmen und einer vollwertigen Integration des Fahrradverkehrs lässt sich eine echte Dauerlösung erreichen. Die kannn es doch ernsthaft nur dann geben, wenn die BürgerInnen der Stadt die Autos nicht benutzen müssen, die schließlich den Lärm, Straßenschäden, hohen Flächenverbrauch und massiven Kohlendioxidausstoß und Nachbarschaftsstreit verursachen. Einige BürgerInnen unserer Stadt gehen mit gutem Beispiel kritisch voran und nehmen den Autoverkehr in ihren Wohngebieten gründlich unter die Lupe. Es bleibt zu wünschen, dass auch Lüdenscheider Politiker im Bau- und Verkehrsausschuss ihre Angst vor empörten Autofahrern wirkungsvoll überwinden können.

 

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